Archäologie: Organische Petrologie auf neuen Wegen

Besondere Fragestellungen ergeben sich immer wieder auf dem Gebiet der Archäologie. Dr. Bertrand Ligouis an der Universität Tübingen ist für Fragen rund um die organische Petrologie sowie speziell für kohlenstoffreiche Fundstücke der richtige Ansprechpartner.

So werden z. B. archäologische Fundstücke aus kohlenstoffreichen organogenen Sedimenten untersucht und das Rohmaterial einschließlich seiner geologischen und geographischen Herkunft mit verschiedenen Methoden bestimmt.

Untersuchungen an Feuerstellen und Brandhorizonten aus archäologischen Fundstellen sowie Angaben zum Verbrennungsprozess hinsichtlich Temperatur, Feuchtigkeit, Sauerstoffzufuhr und unvollständiger Verbrennung werden von uns genauso durchgeführt wie Untersuchungen von Knochenfragmenten hinsichtlich ihrer Nutzung als Indikator für Feuerstellen.

Bestimmung und Quantifizierung von organischen Mikroresten (Holzkohle, huminitische Pflanzenfragmente, fossile Brennstoffe, Verbrennungsrückstände) runden die archäologischen Arbeiten ab.

Beratung

  • Organische Petrologie
  • Untersuchung an archäologischen Fundstücken aus kohlenstoffreichen organogenen Sedimenten wie bspw. Armbandbruchstücke, Perlen, Statuetten, Anhänger, Rondelle… (Bronzezeit, Eisenzeit …)

     - Bestimmung des Rohmaterials (Gagat, Sapropelite, Cannel-Kohle, Boghead-Kohle, Ölschiefer, Elfenbein,… )

     - Untersuchung der geologischen und geographischen Herkunft

  • Organisch-petrologische Untersuchungen an Feuerstellen und Brandhorizonten aus archäologischen Fundstellen

     - Bestimmung und Quantifizierung von organischen Mikroresten: huminitische Pflanzenfragmente, Holzkohle,          fossile Brennstoffe, Verbrennungsrückstände

     - Charakterisierung des Verbrennungsprozess: Temperatur, Feuchtigkeit, Sauerstoffzufuhr, unvollständige              Verbrennung

     - Untersuchung von Knochenmikrofragmenten hinsichtlich ihrer Nutzung als Indikator für Feuerstellen

  • Birkenpech-Bestimmung
  • Elfenbein-Bestimmung

Forschung

  • Fazielle Zuordnung von archäologischen Fundstücken zu Ölschieferbänken des Kimmeridge Clay an der englischen Südküste
  • Die "Venus vom Hohle Fels": Die Geburt der Kunst
  • Charakterisierung der Pflanzengewebe von Feuerstellensedimenten mit den Methoden der Organischen Petrologie
  • Organisch-petrologische Untersuchungen an Splittern von Muschelkalk und Scherben von Travertingeröllen aus Bilzingsleben
  • Organisch-petrologische Untersuchungen an Sargresten aus den frühmittelalterlichen Gräbern von Köniz-Oberwangen
  • Kohlenpetrographische Untersuchungen an Funden aus kohlenstoffreichen organogenen Sedimenten aus der Heuneburg-Außensiedlung bei Hundersingen an der Donau
  • Beitrag der organischen Petrologie zu den Studien der Handelbeziehungen im keltischen Europa durch die Untersuchung der Armbänder aus Ölschiefern

Methoden

  • Probenaufbereitung (z.B. Demineralisation mit HCl, HF) und -präparation
  • Herstellung von polierten Anschliffen mit Nass- und Trockenpolitur (für empfindliche Proben)
  • Auflichtmikroskopie
  • Fluoreszenzmikroskopie und -messung
  • Vitrinitreflexion
  • Elektronenmikroskopie

Ausgewählte Projekte


Die „Venus“ vom Hohle Fels

In Zusammenhang mit den antropomorphen Figuren vom Hohle Fels wurde die Venus in die Zeit des unteren Aurignacien (ca. 35000 Jahre vor heute) gestellt. 

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Fazielle Zuordnung von archäologischen Fundstücken zu Ölschieferbänken des Kimmeridge Clay an der englischen Südküste

Archäologische Funde von Armreifen und anderen Gegenständen in der westlichen Schweiz generierten Fragen zum Ursprung der Artefakte und zu den Handelsbeziehungen in der späten Bronze- und frühen Eisenzeit. Die Funde bestehen im Wesentlichen aus Ölschiefer aus der Nähe von Autun (Frankreich) und der englischen Küste (Dorset). Der Vergleich der Mikrofazies der Fundstücke mit vor Ort entnommenen Proben ermöglicht Rückschlüsse auf die ursprünglichen Rohstoffe der frühen Handwerker.

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Ansprechpartner

Ansprechpartner

Dr. Bertrand Ligouis

Dr. en Sciences de la Terre

Tel.: +49 (0) 7071 297 4688

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Universität Tübingen